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Schottland-Filme Für Daheimgebliebene

Schottland-Filme für Daheimgebliebene

Sehnsucht nach Schottland? Mit einem dieser Filme kann man sich zumindest für einen Abend Schottland ins eigene Wohnzimmer holen. Vielleicht ein bisschen schottischen Räucherlachs, Shortbread oder einen Schluck Whisky dazu? Ich beschreibe hier absichtlich einige Filme abseits von Braveheart, Robert the Bruce und Co. Bestimmt ist für jeden etwas dabei.

Angels‘ Share (Ein Schluck für die Engel), „Dramedy“, 2012

Für wen: Whisky-Fans und Freunde des schottischen, humorvollen Sozialrealismus

Eine Gruppe junger Leute um den werdenden Vater Robbie aus sozial problematischem Milieu macht sich auf die Reise durch die Highlands, um den großen Coup zu landen und ihren Problemen zu entkommen. Sie stehlen vier Flaschen fast unbezahlbaren Whisky und ersetzen ihn durch billigen. Auch die Whisky-Experten werden in Wirklichkeit den Unterschied nicht schmecken.
Sehr ernster Sozialrealismus vermischt sich hier mit Comedy und einer Handlung, die jedem Wunsch nach Sympathie und Gerechtigkeit nachkommt.

Edie – Für Träume ist es nie zu spät, Tragikomödie, 2017

Für wen: Träumer und Fans der schottischen Bergwelt

Die 83-jährige, leidgeprüfte Witwe Edie beschließt, dass sie sich endlich einen Lebenstraum erfüllen will, und reist in die Highlands, um den markanten Mount Suilven zu besteigen. Obwohl sie erstaunliches Durchhaltevermögen zeigt und nichts zu verlieren hat, stößt sie schnell an ihre Grenzen. Der junge Guide Johnny ist ihr behilflich und lernt daraus viel fürs eigene Leben.
Tolle Landschaftsaufnahmen der Gegend um Lochinver und des Suilven und eine positive, motivierende Geschichte.

Local Hero, Komödie, 1983

Für wen: Fans schottischer Küstenlandschaft und scheinbar verschlafener Fischerdörfer

Ein Klassiker aus den 1980ern, schon etwas in die Jahre gekommen, aber ein Muss für Schottland-Fans. Die Handlung ist vorhersehbar, aber die Hauptaussage immer noch aktuell: Der Amerikaner Mac reist im Auftrag eines Ölkonzerns in ein schottisches Dorf, um es samt der Meeresbucht, in der es liegt, zur Errichtung einer Raffinerie aufzukaufen. Schottland wird für ihn und seinen Konzernchef eine Erfahrung fürs Leben, die traumhafte Landschaft, der eizigartige Sternenhimmel und die schottischen Frauen ziehen sie in ihren Bann, die schottischen Wurzeln des Konzerns und die Gewieftheit der Einheimischen überzeugen sie schließlich davon, ihre Pläne zu ändern.
Gedreht wurde im Dorf Pennan in Aberdeenshire (die dortige Telefonzelle spielt im Film eine besondere Rolle) und an den Stränden um Arisaig und Mallaig (z.B. Camusdarach Beach). Ein Plus ist die Filmmusik von Mark Knopfler (Dire Straits).

Trainspotting (Neue Helden), Drama, 1996

Für wen: Freunde des schottischen, humorvollen Sozialrealismus und des schottischen Dialekts

Dieser Klassiker zeigt ein ganz anderes Bild von Edinburgh auf als das Tartan- und Dudelsack-Image, das man als Tourist präsentiert bekommt: Ein Milieu von drogenabhängigen und gewalttätigen jungen Leuten, eine tragische Geschichte mit viel Realismus, aber auch reichlich Momenten zum (Tot-)Lachen. Es ist auch eine Geschichte von Freundschaft innerhalb der Clique um Ewan McGregor in der Rolle des Renton, die in diesem Milieu nur eingeschränkt möglich ist.
Wer den Film auf Englisch ansieht, braucht vermutlich Untertitel. 2017 kam übrigens die Fortsetzung T2 Trainspotting in die Kinos, für hard-core Fans.

What we did on our holiday (Ein Schotte macht noch keinen Sommer), Drama, 2014

Für wen: für Familien (?), Fans von schwarzem, britischen Humor und Billy Connolly-Fans

Eine Familie fährt nach Schottland zur Geburtstagsfeier des an Krebs erkrankten Opas. Während der Vorbereitungen zur Feier macht der Opa mit den drei Kindern einen Ausflug zum Strand und erklärt den Kindern dort, dass er am liebsten eine alte Wikinger-Beerdigung auf einem brennenden Boot hätte. Als er dann tatsächlich am Strand stirbt, machen sich die Kinder daran, Opas letzen Wunsch in die Tat umzusetzen.

Fazit: originell, aber etwas unglaubwürdig. Billy Connolly als Schauspieler kommt im Film nicht wirklich zur Geltung, seinen Fans sei der Film „Ihre Majestät Mrs. Brown“ (1997) empfohlen.

Restless Natives (Touristenfalle), Kriminal-Komödie, 1985

Für wen: für einen unterhaltsamen Blödel-Abend

Schon 1985 nahm dieser Film den Highland-Tourismus aufs Korn. Zwei gelangweilte, perspektivenlose, aber an sich harmlose Jugendliche aus Edinburgh beschließen, mit ihrem Motorrad und einer Clown- und einer Wolfmaske Touristenbusse zu überfallen, die in die Highlands unterwegs sind. Wegen ihrer Robin-Hood-Mentalität werden sie zu bejubelten „local heroes“ und sogar zur Touristenattraktion.
Die Geschichte ist unterhaltsam, aber genau so albern, wie man es sich vorstellt.

The Rocket Post, Drama, 2004

Für wen: Freunde von Filmen über die Zeit des Dritten Reichs

Dieser Film spielt auf einer abgelegenen schottischen Insel in den 1930er-Jahren. Er basiert auf einem realen Kern: Der deutsche Erfinder Gerhard Zucker wollte 1934 die Hebriden-Insel Scarp mit einem Raketen-Postservice mit dem Festland verbinden. Im Film verliebt er sich in die Einheimische Catriona. Doch leider fällt ihm sein mit Hitler sympatisierender Gehilfe Heinz in den Rücken. Das Deutsche Reich will den Wissenschaftler nach Hause holen.

Der Film beleuchtet die britische Sicht auf die Deutschen, die sich noch immer nicht zur Gänze geändert hat. Schöne Sonnenuntergänge auf der Insel Scarp.

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