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Die Legendäre   Halbinsel Kintyre

Die legendäre Halbinsel Kintyre

Campbeltown – the „wee toon“

Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre ist ein bisschen wie Glasgow im Miniaturformat. Es hat nichts Ländlich-Idyllisches, sondern ist eine Arbeiterstadt mit äußerst interessanter Geschichte. Man stelle sich einmal vor, man hätte vor 150 Jahren dort gelebt: Zu dieser Zeit gab es über 30 Whisky-Brennereien in der Stadt, dazu die Gewerbebetriebe wie Fassbinder, Fuhrmänner, Müller und Mälzer, Torfstecher und Kohle-Bergarbeiter im unweiten Machrihanish, einen lebendigen Hafen, in dem täglich mehrere Dampfschiffe mit Waren und Touristen ankamen, und eine Eisenbahn, die Kohle in die Stadt und ab 1906 Touristen an die Westküste der Halbinsel brachte (allein 10000 in den ersten 3 Wochen). Man stelle sich auch den Rauch vor, den Mälzereien, Schiffe und Züge produzierten, die Asche und die Abwässer, die in das Hafenbecken geleitet wurden. Wo sich heute der Kinloch Park befindet, war einst eine stinkende Gezeiten-Kloake, die schließlich zugeschüttet wurde. Viele ärmere Bewohner der Stadt konnten sich Brot kaum noch leisten, weil die Brennereien das Getreide aufkauften. Sie ernährten sich und ihre Schweine von den Trebern und heizten mit Kohleresten, die sie aus den großen Aschehaufen klaubten.

Fishermen off loading their catch of crabs and chatting to to willing helpers on the Quayside, Campbeltown, Argyll and Bute, Scotland

Vor einigen Jahren gab es in Campbeltown nur noch 2 produzierende Destillerien, Springbank und Glen Scotia. Viele Lagerhäuser, Firmen und Geschäfte stehen heute leer, es herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Auch der Windturbinen-Bau, der zwischenzeitlich Arbeitsplätze in die Region brachte, ist wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Doch es gibt Hoffnung. Seit Paul McCartney und die Wings 1977 den Mull of Kintyre in ihrem berühmten Lied besangen, interessieren sich wieder mehr Touristen für die Region. Der Auftritt der Campbeltown Pipe Band in diesem Popsong gab der traditionellen Musik in Kintyre einen Aufschwung. Das jährliche Mull of Kintyre Music Festival (Mokfest) zeugt von den regen Aktivitäten der Nachwuchsmusiker, Dudelsackbands und gälischen Chöre. Ein Stadtmuseum und ein Heritage Centre geben Einblicke in die spannende Geschichte. Und eine dritte Destillerie, Glengyle (der Whisky heißt Kilkerran), eröffnete 2004 ihre Pforten. Das schöne Art Deco Picture House wurde 2017 renoviert, und auch sonst hat Campbeltown architektonisch einiges zu bieten. Das viktorianische Gebäude des Museums stammt vom selben Architekten wie die Glasgow University Chapel. Und rund um die Stadt lieferten sich die Brennereibesitzer einst einen Wettbewerb, wer die schönste Villa und den dekorativsten Garten besaß. Im Freizeithafen schaukeln heute die Segelboote, und dank des Golfstroms zieren Palmen die Promenade am Hafen.

Davaar Island von Campbeltown aus
Campbeltown Museum, Donald MacDonald 2006 (1)

       
Fotos: links: Davaar Island von Campbeltown aus      rechts: Campbeltown Museum, Donald MacDonald 2006 (1)

Campbeltown Promenade mit Art Deco Kino, Nicholas Mutton 2008 (1)
Campbeltown Main Street, The Carlisle Kid 2001 (2)

)Whiskyopolis – Whiskyhauptstadt

Wie kam es, dass Campbeltown zum Zentrum der Whisky-Industrie Schottlands wurde? Und wie kam es zu deren Niedergang?

Die Stadt wurde 1609 vom Earl of Argyll Archibald Campbell gegründet, sie hieß damals Kinloch-Kilkerran. Der König hatte ihm die Herrschaft über die Halbinsel Kintyre übertragen, und er brachte reiche Männer aus den Lowlands mit, vorwiegend strenggläubige Covenanters, die dort Schutz suchten. Diese brachten auch ihre Pächter mit, die das Land bewirtschafteten. Die Bewohner sind seither eine Mischung aus Highlandern mit irischen und wikingischen Wurzeln, und zugewanderten Lowlandern. Die Zuwanderer waren geschäftstüchtig, begründeten den Kohlebergbau, bauten einen Kanal für deren Transport, errichteten Brauereien und betätigten sich als Hering-Fischer. Für den Hering-Fang gab es eine „Bounty“ der Regierung, es wurde eine Belohnung ausbezahlt, da man den Fisch für die Versorgung der Sklaven in Übersee benötigte. Daneben gab es immer schon eine blühende, illegale Whisky-Produktion in dieser etwas abgelegenen Region. Allein in den Jahren 1797 – 99 wurden im Gebiet „Argyll South“ fast 300 illegale Brennkessel beschlagnahmt, die meisten vom Installateur Robert Armour gebaut, der unter seiner Werkstatt in Campbeltown heimlich eine Schmiede betrieb.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Hering-Bounty eingestellt, der Fischfang wurde damit unattraktiver. 1823 wurde die Lizensierung von Destillerien ermöglicht. Zudem war die geografische Lage von Campbeltown nahezu perfekt: ein geschützter, natürlicher Hafen bot eine ausgezeichnete Schiffsverbindung nach Glasgow, dem Zentrum des Whisky-Handels, und nach Westen zum Absatzmarkt Irland und darüber hinaus. Kohle und Torf waren vorhanden, das Land für den Anbau von Gerste fruchtbar. Der Duke of Argyll hatte in weiser Voraussicht 1820 das große Crosshill- Wasserreservoir über der Stadt anlegen lassen. Der Boom kam schnell und endete ebenso schnell. Der erste Weltkrieg, die Erfindung der Continuous Stills zur Massenproduktion und damit das Aufkommen der Blended Whiskys, vielleicht auch die geringe Qualität einiger Campbeltown Whiskys spielten eine Rolle. Der Absatzmarkt Übersee fiel durch die Prohibition weg, der Bedarf war schließlich geringer als die Produktionsmenge und die Branche musste sich „gesundschrumpfen“. Auch der Kohlebergbau und die Eisenbahnlinie wurden geschlossen.

Campbeltown Whisky heute

Das tut der Qualität und dem einzigartigen Charakter der heute in Campbeltown produzierten Whiskys aber keinen Abbruch. Die Springbank Distillery ist eine der wenigen in Schottland, die schon immer in Familienbesitz waren, und sie führt alle Produktionsschritte vor Ort durch – vom Mälzen bis zur Flaschen-Abfüllung. Sie produziert drei verschiedene Whisky-Stile, neben dem 2,5-fach destillierten Springbank auch den 3-fach destillierten, milden Hazelburn (Lowland-Style) und den 2-fach destillierten, rauchigen Longrow (Islay-Style, beide nach ehemaligen Destillerien benannt). Führungen durch die relativ kleine, traditionell arbeitende Destillerie können gebucht werden. Die Brennerei Glen Scotia, deren Produktion im 20. Jahrhundert immer wieder unterbrochen war, und die wiedergegründete Glengyle Distillery brennen ebenfalls leicht rauchigen Whisky. Alle drei kann man fußläufig an einem Tag besuchen, oder man macht sich auf die Suche nach den Überresten ehemaliger Destillerien in Campbeltown. Eine Karte dazu findet man zum Beispiel auf whisky.de. Auch der unabhängige Abfüller Cadenhead’s, der wie die Brennereien Springbank und Glengyle der Firma J&A Mitchell & Co. Ltd gehört, hat in Campbeltown seinen Hauptsitz mit Shop und Verkostungsraum. Das alljährliche Campbeltown Malts Festival im Mai findet Corona-bedingt heuer nur online statt.

Foto: Die Campbeltown Whiskys in Pinkernells Whisky Shop in Salzburg:
Glen Scotia Double Cask  46%  0,7l  € 39,-
Glen Scotia Legends 10y  50%  0,7l  € 52,-
Glen Scotia 21  46%  0,7l  € 105,-
Hazelburn 10y  46%  0,7l  € 44,-
Longrow  46%  0,7l  € 44.-
Unabhängige Abfüller:
Claxton’s Exploration Series: Campbeltown (teaspooned Glen Scotia) 2015 5y PX Cask – 50%  0,7l  € 48,-
North Star: Hazelburn 22y 1st-fill Sherry HHD  46%  0,7l  € 689,-
North Star: Longrow 25y HHD  52,1%  0,7l – € 1.499,-
North Star: Springbank 25y HHD  48,5%  0,7l € 899,-

Machrihanish Airfield – Schottlands „Area 51“?

Der ehemalige Militärflughafen Machrihanish, etwa 4 Kilometer westlich von Campbeltown gelegen, wird heute für die zivile Luftfahrt genutzt. Von hier aus starten Linienflüge nach Glasgow, Rettungsflüge und Privatjets. Für Flugzeuge, die vom Atlantik her im Norden an der Insel Irland vorbei nach Großbritannien fliegen, ist die 3000 Meter lange Landebahn das erste Stück Festland, das sie überfliegen. Somit hatte sie schon immer eine besondere strategische Bedeutung, auch für mögliche Notlandungen. Im Kalten Krieg war Machrihanish Nato-Stützpunkt und beheimatete ein US Navy Sonderkommando. In der Bucht von Campbeltown befindet sich eine riesige Betankungsanlage für NATO-Schiffe, und von dort führt auch eine Pipeline zum Flughafen. Die grundsätzlich der Geheimhaltung unterliegenden Vorgänge auf Militärflughäfen und einige weitere Fakten – z.B. die direkt unter dem Flughafengelände liegenden ehemaligen Kohleminen, der unverhältnismäßig großzügige Ausbau der Zufahrtsstraße A83, und Investitionen in Millionenhöhe in einen offiziell bereits stillgelegten Militärflughafen – haben zu vielen Spekulationen geführt. Diese reichen von Probeflügen der geheimen Aurora Hyperschallflugzeuge bis zur Stationierung von nuklearen Unterwasserwaffen und Marschflugkörpern. Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

Machrihanish Beach

Ausflüge in die Umgebung


Neben dem Flughafen gibt es in Machrihanish zwei wunderschön gelegene Golfplätze und einen fantastischen Strand. Die dem Atlantik ausgesetzte Westseite Kintyres ist wild, windig und bei Surfern beliebt. Auf einer kleinen Anhöhe in der Nähe des Machrihanish Caravan Park findet man die Ruine der Kirche Kilkivan (St. Kevin) mit schönen Grabplatten aus dem 14. Jahrhundert; von hier stammt auch das reich verzierte, mittelalterliche Kreuz, das seit dem 17. Jahrhundert als Marktkreuz in Campbeltown steht.

Machrihanish
Machrihanish Beach

Fotos: Machrihanish Beach

Höhlenmalerei auf Davaar Island

In der Bucht von Campbeltown liegt Davaar Island. Diese Insel ist bei Ebbe über einen Damm mit dem Festland verbunden. Möchte man sie zu Fuß besuchen, sollte man vorher den Gezeitenplan studieren. Auf Davaar gibt es einen hübschen Leuchtturm. Kommt man auf der Insel an und geht nach rechts über etwas unwegsames Gelände, dann erreicht man einige Höhlen. In einer davon befindet sich eine Wandmalerei, die einen Christus am Kreuz darstellt (19. Jahrhundert). Der Ort hat eine schaurige Schönheit.

Leuchtturm auf Davaar Island
Davaar Island ist bei Ebbe über einen Damm mit dem Festland verbunden
Leuchtturm am Mull of Kintyre, Chris Downer 2012 (2)

                                                                                          Foto: Mull of Kintyre Leuchtturm, Chris Downer 2012 (2)

Beliebtes Ausflugsziel ist natürlich der Leuchtturm am Mull of Kintyre, der Südwestspitze der Halbinsel. Fast automatisch hat man Paul McCartneys Lied im Kopf, wenn man daran denkt. McCartney selbst besitzt mehrere Farmen auf Kintyre; seiner früh an Krebs verstorbenen Frau Linda ist sogar ein „Garden of Rememberance“ beim Campbeltown Museum gewidmet. In letzter Zeit las man in der Presse wiederholt vom schlechten Zustand seiner Farmen, immer wieder fand man dort verendete Schafe. Über den Leuchtturm am Mull singt er „Mull of Kintyre, oh mist rolling in from the sea“, und dieser Dunst vom Meer ist legendär. Man erreicht den Parkplatz des Leuchtturms über eine enge, kurvige Straße (keinesfalls mit dem Wohnwagen befahren!), doch der Schranken liegt hoch oben zwischen den Gipfeln. Von dort aus muss man zu Fuß dem Pfad hinunter folgen. Oft bemerkt man erst nach einigen hundert Metern, dass der Leuchtturm selbst im Nebel liegt, der vom Meer hochsteigt. Möchte man nicht ganz hinuntersteigen, dann geht man am besten bis zu einem Denkmal, das an den Hubschrauberabsturz 1994 erinnert. 29 Menschen, darunter fast der gesamte damalige Nordirland-Geheimdienst der MI5, kamen an jenem nebligen Tag ums Leben. Vom Denkmal aus, auf das Kameraden der Gefallenen immer wieder Münzen legen, hat man – bei klarer Sicht – einen guten Blick auf den Leuchtturm und auf die nur 12 Kilometer entfernte Küste Irlands. Auf dem alten Graspfad ein Stück weiter unten findet man vier große Steine. Sie markieren die Gräber der vier Kinder eines Leuchtturmwärters, die an hohem Fieber verstarben, weil wegen eines andauernden Sturmes kein Arzt geholt werden konnte.

St. Columba Kapelle und Friedhof, Harold Ralston 1993 (2)
St. Columbas Fußabdrücke, Steve Partridge 2005 (1)

An der Südspitze von Kintyre, bei Southend, findet man einen kleinen Friedhof am Meer und die Ruine einer Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Einige der Grabsteine in der Ruine (mit Ritter und mit Schwert) sind mittelalterliche Steinmetzarbeiten der Meister von Saddell. Hier soll der irische Missionar St. Columba im 6. Jahrhundert erstmals den Fuß auf schottischen Boden gesetzt haben. Ganz in der Nähe gibt es eine Stelle mit Fußabdrücken im Stein, einer davon soll der Legende nach von ihm stammen (der zweite stammt aus 1856). Viel realistischer ist aber, dass der ältere Abdruck mit der Krönungszeremonie eines Königs zu tun hat (man findet einen solchen z.B. auch in Dunadd).

Strand bei Southend (im Hintergr. rechts ist undeutlich Ailsa Craig zu erkennen)
Dunaverty Felsen, Steve Partridge 2008 (2)

Am anderen Ende der wunderschönen Sandbucht, auf einem markanten Felsen, befand sich einst die Burg Dunaverty Castle. Obwohl kaum noch etwas davon übrig ist, sieht man sofort, welch außergewöhnlich schöner Platz für eine Burg dies war, und es ist immer noch ein außergewöhnlich schöner Platz für einen Spaziergang. Doch im Jahr 1647 geschah hier ein Massaker: 300 Angehörige des Clans MacDonald wurden von den Campbells in die Falle gelockt und ermordet. Nur Ranald MacDonald, der damals als kleines Baby von seiner Amme Flora MacCambridge in einen Campbell-Tartan gewickelt und in der Nacht aus der Burg geschmuggelt wurde, entkam dem Gemetzel. Sie versteckten sich in einer Höhle bei Keil ganz in der Nähe, in der auch St. Columba einst Unterschlupf gefunden haben soll. Ranalds Grab findet man auch auf dem kleinen Friedhof, eingefasst von einem rostigen Gitter. 

Fährt man der Ostküste entlang nach Norden, sollte man in Torrisdale einen Zwischenhalt einlegen. Die Torrisdale Bay ist eine der schönsten Buchten von Kintyre. Am nördlichen Ende des Sandstrandes kann man über die Felsen in die nächste Bucht klettern. Mit etwas Glück hat man diese für sich allein. Folgt man einer kleinen Straße ein paar hundert Meter Richtung Westen, kommt man zu einem stattlichen Herrenhaus und Hotel. Die Besitzer, Niall and Emma Macalister Hall, haben auf ihrem Grundstück auch eine nachhaltige Gin-Destillerie mitsamt eigenem Wasserkraftwerk errichtet. Man kann Führungen buchen, verkosten und einkaufen.

Skipness Castle, James T M Towill 2012 (2)

Etwas nördlich von Cloanaig, von wo die Fähre auf die Insel Arran übersetzt, liegt die Ruine von Skipness Castle. Seine Ursprünge gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Es ist im Sommer frei zugänglich. Skipness ist eine von einer Handvoll Burgen in Schottland, in der der Legende nach eine Gruagach, also eine Green Lady oder Grüne Frau spukt. Sie wird als kleinwüchsig, mit langen grünen Kleidern und goldenen Haaren beschrieben, verteidigt ihren Besitz vor Eindringlingen, indem sie Verwirrung stiftet, füttert Hüher und mag keine Hunde. In Skipness gibt es zwei Restaurants, wo man Fisch und Meeresfrüchte essen kann (Seafood Cabin, The Smokehouse), und man hat einen wunderschönen Blick auf die Insel Arran.

Bucht von Tarbert
Tarbert

Freunde von frischem Fisch kommen auch in Tarbert auf ihre Kosten, hier gibt es ausgezeichnete Restaurants und Fischgeschäfte. Die meisten Touristen besuchen Tarbert nur, um dort zu übernachten und am nächsten Tag mit der Fähre vom nahen Kennacraig nach Islay weiterzureisen. Doch der hübsche Fischerort, der den nördlichen Abschluss der Halbinsel Kintyre bildet, ist eigentlich einen etwas längeren Besuch wert. Es gibt mehrere Orte in Schottland mit dem

Namen „Tarbert“, denn der Ortsname bedeutet nichts anderes als „das Boot ziehen“. Ein „Tarbert“ ist daher ein Isthmus, also eine Landenge, über die man notfalls ein Boot ziehen kann. In diesem Falle sind es nur etwa 1,5 Kilometer, die zwischen West Loch Tarbert und East Loch Tarbert (ein Teil von Loch Fyne) liegen, und Kintyre ist also fast eine Insel. Man erzählt sich, dass der norwegische König Magnus Barfuß im 11. Jahrhundert mit König Malcolm III von Schottland vereinbart hat, dass jegliches Land in Argyll, das er umsegeln konnte, künftig unter seiner Herrschaft stand. Daraufhin zog er sein Boot bei Tarbert 1,5 Kilometer über Land, um Kintyre zu „umsegeln“.

Tarbert ist ein romantisches, hübsches Fischerdorf, ganz gegensätzlich zu Campbeltown. Das Meer, Loch Fyne, ist hier ruhig, der wilde Atlantik weit weg. Über dem Dorf thront die Ruine einer Burg, die mit Robert the Bruce in Verbindung steht. Zwischen den alten Gemäuern weiden Schafe, und man hat einen schönen Blick über den Hafen. Am nördlichen Ende der Bucht kann man einen Spaziergang durch den Wald bis zur Bucht Port Ban (White Shore) machen.

Tarbert Castle

Wer einen längeren Urlaub auf Kintyre verbringt, sollte unbedingt auch einen Abstecher auf die Insel Gigha (sprich: Gi-ja) machen. Aber das ist eine andere Geschichte… Und wer noch mehr wissen möchte, kann sich in der Mediathek von ARD oder NDR die Dokumentation „Schottlands legendäre Halbinsel Kintyre“ (2020) ansehen. Und wer sich auf spannende Weise geistig nach Campbeltown versetzen möchte, der kann Denzil Meyricks Kriminalromane lesen. Die Stadt, in der Kommissar Jim Daley ermittelt, wird in den Büchern „Kinloch“ genannt.

White Shore

Fotos: Bucht von Tarbert mit Ruine, unten: White Shore

Bildquellen:

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